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PharisäertumBearbeiten

Im neuen Testament sind zahlreiche Mahnungen Jesu an die Pharisäer zu lesen. Immer wieder werden sie als Beispiel für Pedanterie und Doppelmoral herangezogen. Sie erzürnen sich darüber, dass Jesu Jünger die Gesetze der Alten nicht befolgen, halten es aber selber mit dem Glauben und der Liebe nicht genau.

Dann gibt es auch noch das Gleichnis des barmherzigen Samariters. Nachdem zwei Gläubige am verletzen Mann vorbeigegangen waren, erbarmt sich dessen der »heidnische« Samariter und sorgt für ihn. Er, so die Bibel, hat gnädig an dem Kranken und so an Gott gehandelt.

Die katholische Kirche steht diesen beiden Bildern eines »neutestnamentlichen Christen« nach meinem Dafürhalten diametral gegenüber. Da werden/wurden ganze Kongregationen damit befasst, den genauen Ablauf der Liturgie zu kontrollieren, da gibt es Jahrzehnte andauernde Streitereien über den exakten Messritus, während in Lateinamerika Priester niedergemetzelt werden und die Christen verhungern. Der vatikan pflegt eine lächerliche Sorgfalt bei der Einhaltung liturgischer Vorschriften. Welches Buch der Bibel behandelt die genaue Reihenfolge der Handlungen und Gebete des Abendmahls?

Genauso verhält es sich beim Umgang mit anderen Glaubensgemeinschaften. Benedikt diskreditierte die Protestanten als »kirchenähnliche Gemeinschaft« und propagiert immer wieder den Katholizismus als »einzig wahre Religion«. Mit welcher Legitimation macht er das? Wo steht in der Bibel, wie eine Kirche auszusehen hat. Was zählt mehr als Glaube und Liebe? Wenn ich den papst oder seine Kurienkardinäle sehe, so fällt mir einiges ein, aber niemals Liebe, zumal sie dieselbe einteilen in eine »sündhafte« und eine »reine«.

Option für die ArmenBearbeiten

Der Vatikan ist entweder (wobei das eine das andere nicht ausschließt) extrem feig oder faschistoid. Anders ist nicht zu erklären, dass man sich in Rom stets auf die Seite der faschistischen Diktatoren und US-amerikanischen Warlords in Lateinamerika usf. gestellt hat. Lateinamerikanische Befreiungstheologen, die sich für die Ärmsten eingesetzt hatten, wurden in großer Zahl exkommuniziert oder zumindest der Lehrbefugnis entzogen. Óscar Romero, ein salvadorianischer Priester wurde von faschistischen Todesschwadronen ermordet. Wenige Monate zuvor war er in Rom zu Besuch bei papst Johannes Paul II. Der sagte zu Romero: »Nimm dich vor den Kommunisten in Acht!« (Romero stand einigen kommunistischen Parteimitglieder nahe). Der Priester anwortete, der salvadorianische Kommunismus sei mit dem polnischen, den der Papst kannte, nicht vergleichbar. Darauf wiederholte Johannes Paul seine Mahnung. Wenige Monate darauf war Romero tot. Von Faschisten erschossen.

In Lateinamerika (und auch in Europa) ist überhaupt die Verbindung zwischen »Thron und Altar« sehr stark, wenngleich sich die Situation in Amerika gebessert hat, seit die sozialistischen Parteien dort an Macht gewonnen haben. Dennoch waren die Militärdiktaturen in Lateinamerika fast immer von großen beiderseitigen Sympathiekundgebungen einerseits, und gegenseitigen Arrangements andererseits gekennzeichnet. Dem gegenüber standen (häufig politisch links stehende) Befreiungstheologen, die sich für die Armen einsetzten. Solche Priester waren freilich für die Beschwichtigungspolitik der katholischen Kirche und die Repression der faschistischen Machthaber problematisch. Zuweilen »halfen« die USA mit ihrem »heiligen Krieg gegen den Kommunismus« und ließen die Priester ermorden, zuweilen griff man zu subtileren Maßnahmen und beschloss die Priester innerhalb der Kirche abzusägen. Jene, die sich am stärksten für die Rechte der Land- und Rechtlosen einsetzen, werden in der Kirche am heftigsten bekämpft und diskreditiert. Dieser Umstand ist umso schwerwiegender geworden, als der nunmehrige papst benedikt bereits in seiner Zeit als »Präfekt der Glaubenskongregation« einer der schärfsten Gegner der Befreiungstheologie war.

Pedro Casaldáliga, ein nicaraguanischer Befreiungstheologe hat einmal gesagt: So wie es eine erste und eine dritte Welt gibt, gibt es eine erste und eine dritte Kirche. Der papst ist das Oberhaupt der »ersten« Kirche, mit deren Problemen er sich ernsthaft beschäftigt. Die Probleme der »dritten« Kirche interessieren ihn hingegen kaum. Diese Klage untermauern eine Vielzahl von Beispielen. Als benedikt etwa in Brasilien war, verlor er kein einziges Wort über die Jahrzehnte grausamer Militärdiktatur (die vom Vatikan – dank »Gottesverfassung« anerkannt wurde), von den Unzähligen Verschleppten und Ermordeten, nein er wetterte über die moralische Verwerflichkeit der Abtreibung, die in Brasilien so häufig vorgenommen werde, er verharmloste bis zur Lüge den Völkermord, der während der Christianisierung in Lateinamerika ganze Ethnien auslöschte und warnte vor den Sekten, die in Brasilien (wie in anderen Teilen Lateinamerikas) an Macht gewinnen.

Dabei erstarken diese »Sekten« ja nicht aus dem Unglauben der Lateinamerikaner oder aus deren sündhafter Mentalität, sondern an der Arroganz des Vatikans, der so weit von Liebe und Einsatz für die Armen entfernt ist. Sie erstarken an der »ersten«, der bürgerlichen und unterdrückenden Kirche, die für Lateinamerika nur Lüge und Härte ist. In diesen parakatholischen Gemeinschaften finden die Lateinamerikaner Verständnis, Liebe und die Möglichkeit, den Glauben nach ihrer Art und Weise zu leben, während der Katholizismus nichts übrig hat als einen alten zürnenden Mann, der einmal in zehn Jahren vorbeikommt um zu schimpfen.

Faschistoide TendenzenBearbeiten

Wie der Faschismus, so baut auch die Kirche auf ein extrem hierarchisches Prinzip, an dessen Spitze ein ausgeprägter Führerkult steht. Wie der Faschismus ist die katholische Kirche extrem konservativ. Wie der Faschismus leugnet die Kirche die Gleichrangigkeit jedes menschlichen Geschöpfes. Mit den Kommunisten, Anarchisten und Syndikalisten haben Kirche und Faschismus auch dieselben Gegner. Diese Überschneidungen haben sich in vielen faschistischen Regimen bemerkbar gemacht, die von der katholischen Kirche unterstützt (Mussolini in Italien, Dollfuß in Österreich, zahlreiche faschistische Diktatoren in Lateinamerika, v.a. Franco in Spanien) oder geduldet (Hitler) wurden. Dem gegenüber steht der bedingungslose Kampf gegen den Kommunismus, in dem die Kirche als Schirmherrin der Besitzenden und der Unterdrückenden auftritt. Mit Entsetzen habe ich die Enzyklika Divini Redemptoris (»über den gottlosen Kommunismus«) gelesen, in der gleichsam postuliert wird, dass die Ungerechtigkeit, die Ausbeutung und die Unterscheidung in Besitzende und Besitzlose von Gott gewollte, natürliche Einrichtungen seien. In Wahrheit bräuchte ich diesen Paragraphen gar nicht zu schreiben, die Anführung dieser Enzyklika wäre ein hinreichender Beleg der These.

Es geht ja auch darum, dass sowohl Kirche als auch der Kommunismus weitgehend dasselbe »Klientel« haben: die Armen. Allein ist der Kommunismus wirksame Medizin gegen die Ungerechtigkeit und Armut, die Kirche vertröstet nur auf das Jenseits und gebietet, Ungerechtigkeit zu dulden.

Die Sekte KatholizismusBearbeiten

Ich finde nichts »Göttliches«, das die katholische Kirche von einer jeden anderen religiösen Bewegung unterscheide. Ich kann auch der Idee des Papstes nichts abgewinnen, genauso der »apostolischen Sukzession«. Das ist einerseits eine lächerliche Abfolge gegenseitigen Handauflegens und andererseits schon durch die zahlreichen »apostolischen Mörder und Lügner« zu einem unwürdigen oder vielmehr entsetzenden Stammbaum geworden. Beruft sich der Papst auf die apostolische Sukzession und damit auf den vermeintlichen direkten Bezug zu Petrus, so beruft er sich gleichzeitig auf eine Horde von Verbrechern und Betrügern, die allein von der Kirche niemals als solche ausgewiesen wurden.

Nach meinem Dafürhalten ist diese Idolatrie, diese götzenhafte Verehrung, die dem papst entgegengebracht wird, nichts als pervers. Hinzu kommt die Verehrung, die die päste sich gegenseitig zuteil machen. Benedikt führt etwa immer wieder lobend pius XI. an, »vergisst« aber seine bedenkliche Stellung zum Nationalsozialismus. Dazu gibt es zwei gute Dutzend »heilige« päpste, die in ihrer Zeit für Kreuzzüge, »Hexen«-verbrennungen, Verbannungen usf. verantwortlich waren. Ebenso steht an keinem, auch noch so kleinem Schildchen am Petersdom, mit welchen Mitteln er finanziert wurde.

Warum soll also die Kirche, die nachweislich größte verbrecherische Organisation aller Zeiten, die ihr Oberhaupt selbstherrlich als »Stellvertreter Christi!« bezeichnet und sich das Recht nimmt, Verstorbene nach eigenem Gutdünken heilig oder selig zu sprechen keine Sekte sein?

Der große WiderspruchBearbeiten

Die Kirche postuliert selbst, es gebe keine relative Moral, keine relativen Werte, kein relatives »Richtig« und »Falsch«, alles sei absolut und ewig, eben wie sie meinen, Gott habe es so gewollt. Die Kirche selbst sei eine Richtschnur anhand derer sich die Gläubigen orientieren sollen. Nun war aber die katholische Kirche über ein gutes Jahrtausend lang eine Organisation, die gemordet und geraubt hat, die geldgierig und machthungrig war und noch immer unzählige Menschen auf dem Gewissen hat. Diese systematischen Verfehlungen können nicht als »Ausrutscher« bezeichnet werden, sondern wurden über mehr als Tausend Jahre von Papst zu Papst weitergetragen. Wenn die Kirche aber die Vergänglichkeit von Werten leugnet und gleichzeitig das leitende Licht der Gläubigen sein soll, wie dann fort?? Einerseits leugnet kein vernünftiger Mensch die schweren Verfehlungen der Kirche. Andererseits postuliert die Kirche selbst, sie sei die beständigste und wahrhafteste Hüterin der Wahrheit, der Moral und des Glaubens. Das ist ein Widerspruch, aus dem sich die Kirche nicht befreien kann. Entweder die Hexenverbrennungen waren keine Verfehlungen, oder die Kirche ist nicht ewige Herrin der Weisheit...

Das GeldBearbeiten

Der Goldschatz des Vatikans ist einer der größten von allen Ländern Europas. Das Geld stammt vom Ablasshandel, von Betrug und maßgeblich von den Vermögen verbrannter oder anders ermordeter »Ketzer« oder »Hexen« (die aber in der Regel nicht viel hatten). Anstatt aber diesen Blutzoll zurückzuzahlen oder die Armut damit zu lindern, werden diese Gelder an der Börse investiert; es gibt sogar eigene kirchliche Banken. Der Vatikan, selber ein Großbeuter im Raubtier-Kapitalismus, hat also noch einen Grund mehr, den Kommunismus zu bekämpfen...

Die UnvereinbarkeitBearbeiten

Wenn diese katholische Kirche wirklich die Kirche Gottes ist, so ist Gott nicht barmherzig, sondern ein brutaler, rächender Gott, genauso wie seine Kirche brutal ist oder zumindest war.

Ist Gott aber wahrhaft barmherzig, so kann die katholische Kirche, die über ein Jahrtausend lang aktiv gemordet und gewütet hat (und damit erst durch den Verlust der Macht aufgehört hat), niemals seine Kirche sein!!

Siehe auchBearbeiten