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Als Liebe bezeichnet man das Gefühl emotionaler Hingezogenheit, die grundsätzlich (d.h. losgelöst von allfälligen unangenehmen Entwicklungen) als angenehm empfunden wird. Der Begriff zerfällt sehr stark in eine materialistische und eine romantische Auslegung.

BedeutungsvariantenBearbeiten

Im Gegensatz zum Latein oder dem Altgriechischen verfügt die deutsche Sprache nur über ein Wort, in dem sich die zahlreichen Bedeutungen vereinen. Das Altgriechische unterscheidet zwischen Ερος (»Fleischliche«, sexuelle Form der Liebe), Φίλια (Freundesliebe) und 'Αγάπη (Nächstenliebe). Im Lateinischen werden in etwa dieselben Bedeutungen durch die Begriffe Amor, Amicicia und Caritas ausgedrückt. Auch die Spanische Sprache kennt eine Unterscheidung zwischen querer und amar. In der deutschen Sprache wird der globale Ausdruck »Liebe« gegenüber der Freundes- oder Nächstenliebe (mit denen er synonym verwendet werden kann) bevorzugt, zumal diese nur als Substantive, nicht aber in Form eines Verbs zur Verfügung stehen.

Neben der eigentlichen Liebe zwischen Menschen wird der Ausdruck namentlich umgangssprachlich mit angenehmen und beglückenden Sachverhalten in Verbindung gebracht.

Liebe vom materialistischen StandpunktBearbeiten

Materialistisch lässt sich die Liebe auf eine biologische Notwendigkeit reduzieren, die sich in zwei Bereiche gliedern lässt. Der eine wird gemeinhin grundsätzlich als Liebe, der andere als Sexualität, verbunden mit der kulturell bereicherten Erotik bezeichnet.

Die Liebe vermag die gegenseitige Sorge innerhalb einer (biologischen) Familie zu gewährleisten, zumal sie jene Elemente besonders stark mit ihr in Verbindung bringt, die der Sorge am meisten bedürfen. Es kann hier in gewissem Sinne von einer Romantischen Entfremdung gesprochen werden, wenn sie gleich nicht aufgrund von romantischem Sinnen und Sehnen, sondern aus natürlichen, instinktiven Gründen entstanden ist.

Die Sexualität ist hingegen jenes Motiv, das vornehmlich für die Arterhaltung des Menschen verantwortlich zeichnet. Wie fast alle Reize einer natürlichen Notwendigkeit entwuchsen, so ist die Sexualität insbesondere ein Drang, der aus dem erweiterten Überlebenstrieb entstanden ist.

Liebe vom romantischen StandpunktBearbeiten

Die Romantik erkennt in der Liebe die höchste Gnade, die einem Menschen zuteil werden kann. Sie wird ferner nicht müde, ihre Stärke fortwährend mittels kunstvoller Techniken zu verstärken und zu erhalten. Auch aus materialistischer, analytischer Sicht kann heute eine erweiterte Natur der Liebe nicht geleugnet werden. Kulturelle Einflüsse haben die ursprüngliche Natur der Liebe entfremdet und ihr eine neue Identität zugeführt, die vielschichtiger und subtiler ist. Beim Verständnis dieser entfremdeten Liebe spielen zahlreiche vormals unbekannte Faktoren eine wesentliche Rolle. Beim romantisierten Verständnis der Liebe spielen diese kulturellen Aspekte eine wesentliche Rolle, da sie zu einem synthetischen Verständnis der Liebe notwendig erforderlich sind.

Die Romantik reduziert die Liebe nicht auf einen biologischen Zweck, sondern dehnt sie aus auf alle Bereiche, die in irgendeiner Form für den Menschen prägend sein können.

(...) Vielmehr sind manche Frauen vielleicht schon zu sehr Individuum, als dass sie der Natur gleichsam als Mittel dienlich sein sollten. Vielleicht ist es auch zu allerletzt Teil unserer menschlichen Natur, diese Entwicklungsstufe zu begehen, so es ein Vorgang ist, nach dem wir uns sehnen. Als ein treffliches Gemälde weder nützlich zu sein braucht, noch als Argument des Verstandes dienlich sein kann und dennoch über alles einfache Treiben zu stellen ist, so kann vielleicht auch eine neue Gestalt Frau sein, die vielleicht schon lange besteht, allein noch nicht erkannt wurde.[1]

Fridericus V

Diese Zeilen veranschaulichen die Umgestaltung der menschlichen Natur aufgrund von kulturellen Einflüssen, die auf der Korrelation von Natur und Kultur beruhen. Das romantische Angesicht der Liebe ist eine Synthese aus den biologischen Reizen, die geläutert dargestellt werden und jenen kulturellen Aspekte, die der Empfindung der Liebe weitere Süße verleihen.

Es gibt ferner eine gewisse Licentia poetica, welche die Romantik dem Künstler bedingungslos einräumt. Es kann also die romantische Einschätzung der Liebe durchaus einer materialistischen widersprechen, da jene nicht beansprucht, substantiell wahr zu sein.

Die wohltuende LiebeBearbeiten

Ein Charakteristikum an der Liebe ist, dass sie eines jener Größen ist, die kollektiv heilspendend und angenehm ist. Liebe wird durch Weitergabe nicht weniger, sondern vermehrt sich, ferner kann Liebe ohne Zugabe von substantiellen Gütern gleichsam »hergestellt« werden.

Dieser Umstand stellt gleichwohl das christliche Gebot der Liebe in Frage, da Liebe weder ein zu bringendes Opfer, noch eine zu befehlende Tat ist und man entegnen könnte, das Fehlen von Liebe sei selbst bereits mehr Strafe als Sünde. Vergleiche hierzu das Liebes-Paradoxon.

Gnade oder Herbeiführbarkeit der LiebeBearbeiten

Den Gesetzen des Determinismus gemäß lehrt der Romantische Materialismus, dass die Liebe nicht aus sogenanntem »freien Willen« entstehen kann; wohl aber kann eine ethisch instruktive Instanz ein ehrliches Wesen der Liebe stärken indem es selbst als Ausdruck der Liebe Gestalt annimmt und auffordert, die Liebe mittels Meditation und Disputation zu entfachen.

Die Liebe selbst stellt wohl das zentrale Element jedweder humaner Ethik dar, die schlüssig und zwingend richtig instruiert.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Auszug aus dem Aphorismus Unsere Aufgaben aus Aphorismen, Reflexionen und andere krumme Gedanken, Fridericus V.