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Ein Aphorismus ist eine gehaltvolle, kurze oder mittellange Beschreibung eines Sachverhaltes oder Gegenstandes, die nicht auf allgemein gültigen Gedanken oder wissenschaftlicher Analyse beruhen.

Man kann grob zwei Arten von Aphorismen (od. Aphorismata) unterscheiden:

  • Sätze
  • Darlegungen

Sätze bestehen in der Regel aus einem einleitenden Satzteil (z.B. Katen sind...) und einer erläuternden Endung (z.B. ...Prinzessinen des Rätsels).

Darlegungen beschreiben Sachverhalte präziser und mit mehreren Gedanken, die teilweise argumentiert werden können.

Aphorismus im Romantischen MaterialismusBearbeiten

Der Aphorismus ist das eigentliche Ausdrucksmittel des Romantischen Materialismus, weil die Romantische Entfremdung ein Merkmal jeder Art der Aphoristik und zugleich der Romantisch-Materialistischen Wahrnehmung ist.

Dabei muss aber der Aphoristiker die augenscheinliche substanzielle Komponente nicht leugnen, kann sie aber wohl aussparen. Und genau das ist ROMAT: neue Synthesen finden und preisen, zumal der Aphorismus keinen wissenschaftlichen Anspruch erhebt. Er behandelt also die romantische Komponente als eine wissenschaftliche Definition die materialistische Komponente behandelt.

BeispieleBearbeiten

Darlegung:

„Prosa und Poesie. — Man beachte doch, dass die großen Meister der Prosa fast immer auch Dichter gewesen sind, sei es öffentlich, oder auch nur im Geheimen und für das "Kämmerlein"; und fürwahr, man schreibt nur im Angesichte der Poesie gute Prosa! Denn diese ist ein ununterbrochener artiger Krieg mit der Poesie: alle ihre Reize bestehen darin, dass beständig der Poesie ausgewichen und widersprochen wird; jedes Abstraktum will als Schalkheit gegen diese und wie mit spöttischer Stimme vorgetragen sein; jede Trockenheit und Kühle soll die liebliche Göttin in eine liebliche Verzweifelung bringen; oft gibt es Annäherungen, Versöhnungen des Augenblickes und dann ein plötzliches Zurückspringen und Auslachen; oft wird der Vorhang aufgezogen und grelles Licht hereingelassen, während gerade die Göttin ihre Dämmerungen und dumpfen Farben genießt; oft wird ihr das Wort aus dem Munde genommen und nach einer Melodie abgesungen, bei der sie die feinen Hände vor die feinen Öhrchen hält — und so gibt es tausend Vergnügungen des Krieges, die Niederlagen mitgezählt, von denen die Unpoetischen, die sogenannten Prosa-Menschen, gar Nichts wissen: — diese schreiben und sprechen denn auch nur schlechte Prosa! Der Krieg ist der Vater aller guten Dinge, der Krieg ist auch der Vater der guten Prosa! — Vier sehr seltsame und wahrhaft dichterische Menschen waren es in diesem Jahrhundert, welche an die Meisterschaft der Prosa gereicht haben, für die sonst dies Jahrhundert nicht gemacht ist — aus Mangel an Poesie, wie angedeutet. Um von Goethe abzusehen, welchen billigerweise das Jahrhundert in Anspruch nimmt, das ihn hervorbrachte: so sehe ich nur Giacomo Leopardi, Prosper Mérimée, Ralph Waldo Emerson und Walter Savage Landor, den Verfasser der Imaginary Konversations, als würdig an, Meister der Prosa zu heißen.“

Friedrich Nietzsche[1]

Satz:

„Schwäche ist überhandnehmende, vorwaltende, charakterisierende fremde Kraft.“

Novalis

Siehe auchBearbeiten

Sentenciada zum Aphorismus

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die fröhliche Wissenschaft, II. Aph. 92 hier von dieser Website