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Als Anspruchsdilemma wird im Romantischen Materialismus ein Dilemma bezeichnet, das die Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche nimmt.

FormulierungBearbeiten

Die Verfehlungen der Katholischen Kirche werden von keiner vernünftigen Instanz angezweifelt. Es handelt sich bei ihnen auch nicht um verzeihliche »Sünden«, denen freilich (selbst nach katholischem Verständnis) auch der Papst unterworfen ist, denn auch in der katholischen Kirche ist der Papst ein (sündiger) Mensch. Es handelt sich aber um systematische Verfehlungen, die von Papst zu Papst weitergetragen wurden (Inquisition, Verbrennung von Frauen, Wissenschaftern, die sagten, was heute keiner leugnet, Kreuzzüge, Klerikalfaschismus...

Andererseits postuliert die Kirche noch immer (und hat das schon immer gemacht), dass sie das Licht für den Gläubigen sei, die einzige Instanz, der man ohne Nachdenken folgen könne, mehr noch: die einzige Instanz, der zu folgen verbindlich ist. Nicht selten ist der Vergleich mit den »Schäfchen« gefallen, die dem Papst in »kindlicher Demut und Gehorsam folgen« sollen, weil er allein die Fülle der Weisheit von Gott erhalte.

Die Kirche kann nun ihren Standpunkt und die tatsächlichen Geschehnisse nicht einem verträglichen Kompromiss zuführen. Es entsteht ein Dilemma, das die Glaubwürdigkeit der Kirche vollends zerstört.

AuswegeBearbeiten

Die Kirche in ihrer gegenwärtigen Form kann keinen Ausweg finden. Die einzige Möglichkeit liegt darin, die Verfehlungen konsequent einzugestehen und auf den Anspruch vollkommener Wahrheit zu verzichten.