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Das Altruismus-Paradoxon ist ein Widerspruch, der zwar im Romantischen Materialismus entwickelt wurde, dort aber nur geringe Bedeutung genießt. Das Paradoxon schließt mit dem Satz: ALTRUISMUS GIBT ES NICHT

FormulierungBearbeiten

Das Paradoxon stützt sich auf der schlüssigen These, dass jedes Handeln ein Streben nach einem persönlichen Vorteil ist. Es leugnet nicht die positive Wirkung einer moralisch positiv wahrgenommenen Tat, aber es negiert ihren altruistischen Ursprung.

BeispieleBearbeiten

Religiöser GehorsamBearbeiten

Die zuweilen angeführte Trennung des »Leben nach dem Tod« in die Möglichkeiten der Rettung und Verdammnis beruft sich auf das moralische Verhalten des Menschen. Neben dem relativistischen und dem deterministischen Problem ergibt sich auch noch ein Problem in diesem Paradoxon: Wenn es notwendig ist, moralisch »gut« zu handeln, um die ewige Seligkeit zu erlangen, so entsteht eine moralisch positiv wahrgenommene Persönlichkeit entweder aus dem Wunsch nach ewiger Seligkeit, oder einem unten angeführten Prinzip.

Wunsch auf GegenleistungBearbeiten

Der Schenkende erfreut sich entweder an der Freude des Beschenkten (Prinzip der Eudämonie), oder in der Hoffnung auf Gegenleistung. Diese Feststellung dürfte Unmut und Einspruch hervorrufen, weshalb ich präzisiere: Bei einer Gegenleistung ist nicht notwendig von einer gleichgestaltlichen Leistung die Rede. Auch ein freundlicher Blick, ehrlicher Dank oder ein angenehmes Klima kann eine entsprechende Gegenleistung sein.

Prinzip der EudämonieBearbeiten

Der Mensch erfreut sich grundsätzlich an allem, was als Schön und Gut wahrgenommen wird. Er erfreut sich an dem Gefühl, etwas verbessert, die Welt um ein Stückchen angenehmer gestaltet zu haben. Er leidet keinen Schaden an einer guten Tat, er erfreut sich an ihr.

Noch niemand hat mit mürrischem Gesicht gegeben und wurde als selbstlos gepriesen

Pragmatisches PrinzipBearbeiten

In vielen Fällen ist eine »selbstlose« Geste gesellschaftlich notwendig. Es empfiehlt sich, bei gegebenen Anlässen zu schenken, wer zu Unrecht bekommt, muss geben, um nicht geächtet zu werden.

Weiteres BeispielBearbeiten

Von einer selbstlosen Tat ist etwa die Rede, wenn jemand sein eigenes Leben auf das Spiel setzt, um ein anderes zu retten. Allerdings tritt auch in diesem Falle kein eigentlicher Altruismus auf. Mögliche Explikationen wären hingegen:

  • Der Mensch konnte mit der Gefahr um sein Leben besser umgehen als mit der Angst, aufgrund seiner unterlassenen Hilfe könne jemand sterben.
  • Er wollte Dank und Ehre finden.
  • Der natürliche Instinkt der Hilfeleistung an Schwächeren hat ihn gedrängt.
  • Er wollte der Scham der unterlassenen Hilfe entgehen.

Faktisch würde jemand, der nicht hilft, nicht egoistischer handeln, als ein Helfender. Allein die entscheidenden Umstände wären andere.

Siehe auchBearbeiten